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Apple ProDOS

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Apple ProDOS
Entwickler Apple Computer Inc.
Version 2.0.3 (Mai 1993)
Abstammung SOS
  ProDOS
Architekturen Apple II
Lizenz Proprietär
Sonstiges Sprache: englisch

Apple ProDOS ist ein Betriebssystem für Computer der Apple-II-Baureihe. Es wurde in Version 1.0 im Oktober 1983 als Ersatz für Apple DOS 3.3 von Apple Computer herausgegeben, basierte aber stärker auf Apple SOS als auf Apple DOS.

Für BASIC-Programmierer änderte sich im Vergleich zu Apple DOS relativ wenig (einige neue Befehle), auch wenn der innere Aufbau des Systems ein ganz anderer war. Das neue Betriebssystem gab aber nun auch Assemblersprache-Programmierern bessere Entwicklungsmöglichkeiten zur Hand, da es eine einheitliche Einsprungadresse mit allen nötigen Parametern bot – eine Technik, wie sie heute bei allen Betriebssystemen gängig ist. Programmierer, die Assemblersprache verwendeten, konnten sich damit auf einen Standard stützen, statt wie bisher das DOS 3.3 auf nicht dokumentierte Weise zu manipulieren und dabei immer Inkompatibilität mit zukünftigen Versionen zu riskieren. Weiterhin waren eine bessere Interrupt-Behandlung und ein schnellerer Diskettenzugriff gegeben. Die einzige wesentliche Eigenschaft von Apple DOS, die in ProDOS nicht beibehalten wurde, war dessen Unterstützung für das älteste Apple II-Modell und für die veraltete Integer-BASIC-Programmiersprache dieses Modells; es war also nun mindestens ein Apple II+ bzw. Apple II europlus erforderlich, außer man wollte überhaupt keine BASIC-Programme benutzen. Auch der Arbeitsspeicher-Bedarf von ProDOS war höher; lief DOS schon ab 20 KiB RAM, so benötigte ProDOS für Maschinenspracheprogramme 48 KiB, für die Nutzung zusammen mit BASIC 64 KiB RAM. Ein Speicher von 64 KiB war aber 1983 praktisch bei allen noch laufenden Apple-II-Rechnern durch Nachrüstung bereits gegeben.

Abgesehen davon hatte Apple ProDOS ein relativ hochentwickeltes hierarchisches Dateisystem mit Eigenschaften wie multiplen logischen Laufwerken auf einem physischen Laufwerk, Unterstützung von bis zu 20 verschiedenen Dateitypen und 8 gleichzeitig geöffneten Dateien. Auch wurden jetzt nicht mehr nur 140 KiB 5¼-Zoll-Disketten, sondern auch Festplatten mit bis zu 32 MiB je Partition unterstützt. Alle Laufwerke außer den überkommenen 5¼-Zoll-Diskettenstationen enthielten jetzt jeweils einen eigenen, standardisierten Treiber in der Firmware ihrer jeweiligen Adapterkarten, wodurch später ohne weitere Modifikation des ProDOS-Kerns auch verschiedene 3½-Zoll-Diskettenlaufwerke und CD-ROM-Laufwerke unter ProDOS nutzbar wurden.

Als der 16-bittige Apple IIgs herauskam, teilte sich Apple ProDOS in die Zweige Apple ProDOS 8 (für 8-Bit Mikroprozessoren) und Apple ProDOS 16 (für 16-Bit Mikroprozessoren). Letzteres wurde aber schon bald von dem grafischen Betriebssystem GS/OS verdrängt.

Die letzte erschienene Version von Apple ProDOS 8 ist die 2.0.3 vom Mai 1993. Sie verlangt mindestens einen Apple IIc oder einen „enhanced“ Apple IIe, die mitgelieferten Utility-Programme verlangen zudem mindestens 128 KiB Speicher. Auf dem Apple II+ und dem nicht-„enhanced“ IIe läuft maximal die Version 1.9.

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