Das Multi Channel Audio Digital Interface (MADI) ist eine digitale Schnittstelle zur mehrkanaligen Audioübertragung, die vorwiegend in der professionellen Tonstudiotechnik eingesetzt wird. Sie ist als AES10 von der Audio Engineering Society genormt.
Eine MADI-Verbindung kann sowohl aus optischen (FDDI) als auch aus koaxialen Leitungen (75 Ohm) bestehen und enthält 28 AES/EBU-Audio-Signale sowie zusätzliche Synchronisationssignale. Da AES/EBU ein eigenes Format (für zwei Mono-Kanäle mit bis zu 48 kHz/24 bit) ist, bündelt MADI somit die Einzelkanäle eines anderen Formates. MADI kann damit bis zu 56 Mono-Kanäle in einem Kabel übertragen. Somit können sehr viel mehr Kanäle über deutlich weniger Leitungen überragen werden, als das zum Beispiel mit ADAT, TDIF, S/P-DIF oder AES/EBU möglich ist. Dies ist vor allem für Studioverkabelungen sehr interessant und ermöglicht den technischen Ausbau bestehender Produktionsumgebungen. Wobei der positive Aspekt von weniger Verkabelung um einiges mehr heraussticht bei LIVE-Anwendungen, als bei Fix-Installationen. MADI gilt als sehr fehlertolerantes und Ressourcen schonendes Protokoll. Es eignet sich besonders für komplexe digitale Studioprojekte, da die Einzelkanäle wieder als AES/EBU zum Beispiel an einer Signal-Matrix anliegen können, die dann auch wieder einzeln über Kabel verteilt werden können.
MADI ist durch eine gemeinsam von der Industrie getragenen Standardisierungsbestrebung entstanden und somit nicht herstellerabhängig.
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