TR 440 (gelesen: vier-vierzig) ist die Bezeichnung des von der Telefunken AG, später AEG-Telefunken, danach Computer Gesellschaft Konstanz, aus dem TR 4 weiterentwickelten Großrechners. Der erste Rechner wurde 1969 an das Deutsche Rechenzentrum in Darmstadt geliefert. Insgesamt wurden zusammen 45 Anlagen Typ TR 440 gebaut.
Der (auch: die) TR 440 war an vielen deutschen Universitäten eingesetzt, u. a. Ruhr-Universität Bochum (1971), Ludwig-Maximilians-Universität München, Universität Würzburg, Universität Hamburg, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universität Stuttgart, Universität Konstanz, Universität Kaiserslautern, Universität Marburg, Technische Universität Clausthal und Forschungseinrichtungen wie der GKSS in Geesthacht. Der Erlangener Rechner war als einziger zu einem Dreifach-Prozessor ausgebaut, die anderen liefen in der Endphase mit Doppelprozessoren.
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Register (Rechenwerk, 48+4 Bit):
Im Akkumulator werden Transport- und Rechen-Operationen ausgeführt, außerdem dient das Register als Zwischenspeicher für zu bearbeitende Daten. Mit dem Quotientenregister kann der Akkumulator zu einem bei Multiplikation und Division notwendigen doppeltlangen Register verbunden werden.
Register (Befehlswerk, 24 Bit):
Das Indexbasisregister enthält die Anfangsadresse eines Bereiches von 256 Halbworten des Hauptspeichers, die einem Programm als Indexspeicher dienen.
Das Ganzwort hat 52 Bits, von denen für die eigentliche Informationsdarstellung 48 Bits benutzt werden. Die restlichen Bits enthalten die Typenkennung
und eine Dreierprobe, die die in seltenen Fällen auftretenden Maschinenfehler abfangen konnte.
Die Ganzzahl-Darstellung erfolgt im Einerkomplement, d. h. Negation durch bitweise Umkehrung, die Gleitzahl-Darstellung durch Exponent zur Basis 16, mit 8 Bit Exponent, 38 Bit (84 bei doppelter Genauigkeit) Mantisse.
Eine architektonische Besonderheit sind typenkennungsabhängige Befehle. Diese verlangen beispielsweise als Operanden ein Gleitpunkt bzw. ein Festpunktwort. Außer Halb-, Ganz- und Doppelworten können durch spezielle Befehle neben Bytes (zu 8 Bits) auch beliebige Wortausschnitte transportiert werden.
Zentrales Bedienelement für die Operateure und zugleich Protokolldrucker war eine IBM Selectric Kugelkopfschreibmaschine. Daneben war über die zentrale Anzeigetafel jederzeit die Kanalauslastung (Zentraleinheit ↔ Speicher) ersichtlich. Nach der Verschrottung der Hamburger Maschine überlebte dieses Panel als „Kunst am Bau“ und ziert blinkend – mit etwas Elektronik künstlich „am Leben erhalten“ – das Treppenhaus des Rechenzentrums.
Ein Rechnerneustart – also kein Technischer Grundzustand nach Rechnerstillstand – erfolgte mit einem Bootprogramm auf Lochstreifen. So „aus dem Urschleim“ gezogen konnte damit das restliche Betriebssystem vom Plattenspeicher auf den schnelleren Trommelspeicher und in den Kernspeicher geladen werden.
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