Der Zeigertelegraf ist eine Erfindung von August Ephraim Kramer (Nordhausen) aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die von Siemens und Halske verbessert und industriell gefertigt wurde.
Mit dem Zeigertelegrafen wurde die Kommunikationstechnik revolutioniert; im Gegensatz zum Morse-Telegrafen wurde es durch den Zeigertelegrafen erstmals auch einem ungeschulten Laien möglich, Textbotschaften zu übermitteln. Der Zeigertelegraf ist ein Vorläufer des Fernschreibers und des Telefaxgeräts.
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Das Gerät basiert auf einem Zeiger, der manuell eingestellt wird; eine Verstellung des Zeigers bei dem sendenden Apparat führt zu einer entsprechenden Verstellung des Zeigers bei dem empfangenden Gerät; so können unkompliziert die einzelnen Buchstaben eines Textes übermittelt werden, ohne diese beispielsweise erst ins Morsealphabet codieren zu müssen.
Den ersten Zeigertelegrafen konstruierte Charles Wheatstone 1839; bei diesem Gerät konnte ein durch ein Uhrwerk getriebener Zeiger durch eine am Anker eines Elektromagneten angebrachte Hemmungsvorrichtung von der entfernten Abgangsstation aus nach Belieben vor jedem der am Rande des Zifferblattes verzeichneten Buchstaben angehalten werden.
Auch Kramer, Siemens und Halske, Froment, Breguet u.a. haben Zeigertelegrafen konstruiert. Mit dem Zeigertelegraf begann 1847 dann auch die Unternehmensgeschichte von Siemens; er wurde ab 1848 auf der damals längsten europäischen Telegrafenlinie von Berlin nach Frankfurt am Main eingesetzt.
Im ehemaligen Zeiger-Telegrafengebäude in der niedersächsischen Kreisstadt Brake (Unterweser) ist ein Teil des Schiffahrtsmuseums der Oldenburgischen Unterweserhäfen untergebracht.
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